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Übungen für eine spirituelle Woche
1. Tag
2. Tag
3. Tag
4. Tag
5. Tag
6. Tag
7. Tag
1. Tag: MEIN MUSCHELBLATT
"Man kann nicht alle schönen Muscheln am Strand sammeln, man kann nur
einige sammeln und sie sind umso schöner, je weniger es sind. … Allmählich
sortiert man aus und behält nur vollkommene Exemplare; es muss nicht einmal
eine seltene Muschel sein, aber eine, die in ihrer Art vollkommen ist. Die
stellt man gesondert auf, inmitten eines feien Raumes - wie eine Insel. Denn
Schönheit entfaltet sich nur im freien Raum. Nur im freien Raum sind
Ereignisse, Gegenstände und Menschen unwiederholbar und unersetzlich und
bedeutungsvoll - und deshalb auch schön. Ein Baum wird bedeutungsvoll, wenn
man ihn vor der leeren Fläche des Himmels betrachtet. Ein Ton in einem
Musikstück gewinnt an Bedeutung, wenn er zwischen zwei tonlosen Pausen
steht. Eine Kerzenflamme blüht im Raum der Nacht. Selbst geringe und
alltägliche Dinge gewinnen, wenn der Raum sie umspült, eine
Bedeutung."
Anne Morrow Lindbergh, Frau von Charles Lindbergh, der als Erster den Ozean
überflog.
Aus: Lindbergh, Anne Morrow: Muscheln in meiner Hand, Piper, München 1988,
99ff.
Mein
eigenes Muschelblatt
2. Tag: STILL WERDEN
Ich atme tief aus und lasse los,
tausend Stimmen habe ich heute gehört, ich weiß die Worte nicht mehr
und doch haben sie sich in meiner Seele festgesetzt.
Ich atme ein und bin da.
Ich atme tief aus und lasse die Stimmen verstummen.
Tausend Gedanken kommen und gehen,
wohltuende und erschreckende vergehen und halten mich fest, gesättigt und
erschöpft.
Ich atme ein und bin da.
Ich atme tief aus und lasse all die Gedanken verfliegen.
Tausend Worte habe ich gesprochen, nützliche und unnütze Worte, die
streicheln, Worte, die verletzen, heilsame Worte und Worte voller
Unheil.
Ich atme ein und bin da.
Ich atme tief aus und lasse all die Worte fallen.
Ich atme ein und bin da.
Ich komme an in diesem Raum, ich schaue auf die Mitte.
Ich bin voll davon und erfüllt, ich spüre, wie ich hier sitze.
Ich lasse meinen Atem kommen und gehen.
Ich bin da.
Quelle: kirchensite.de
Meine
Atemübung
3. Tag: LIEBENDE AUFMERKSAMKEIT
Ein Maler spielt immer neu das Spiel von Nähe und Distanz: Das eine Mal
werden Pinsel und Farbe und Leinwand und Idee eins und er malt; vielleicht
nur einen Strich, vielleicht geschieht eine ganze Farbexplosion; dann wieder
geht er auf Abstand, schaut, lässt die Augen wandern, hält inne und hört auf
Impulse seines Inneren, bis wieder eine neue zugreifende Begegnung und
Bearbeitung geschieht.
Unser Leben ist auch ein solches Spiel von Nähe und Distanz; wir sind ganz
drin im Lebensgeschehen, im Tun und Denken und Fühlen und Wollen und
Handeln. Dann gehen wir wieder auf Abstand: um zu genießen, wahrzunehmen,
auszuwerten, zu reflektieren, uns neu inspirieren und orientieren zu
lassen.
Im Gespräch mit der Quelle in mir
4. Tag: DEN EIGENEN SCHRITTEN FOLGEN
Ziel der Übung ist es, bewusst Schritt für Schritt zu setzen und damit
Körper, Geist und Seele zu entspannen.
Als Ort eignet sich sowohl die eigene Wohnung als auch ein Platz im Freien.
Mit ganzer Aufmerksamkeit wird ein Schritt gesetzt, dann ein nächster, usw.
Das Tempo ist der Aufmerksamkeit angepasst. Wenn die Aufmerksamkeit von den
Schritten weg zu Gedanken oder zu anderen Ablenkungen geht, stehen bleiben,
die Konzentration auf den nächsten Schritt lenken und weitergehen, so lange
die Achtsamkeit bei den Schritten bleibt.
Am Anfang empfehlen sich Einheiten von 2-3 Minuten, die dann kontinuierlich
gesteigert werden können.
Durch die Konzentration auf das langsame Gehen und die Pausen beruhigen
sich Körper, Geist und Seele, es setzt Entspannung ein, die sich wiederum
positiv auf seelische und körperliche Gesundheit auswirkt.
Diese einfache Übung ist jederzeit und an nahezu jedem Ort
durchführbar.
5. Tag: BAUMGEBET
lass meine füße
in die erde wurzeln
und meine arme
in den himmel wachsen
lass mein herz
in bunten blüten träumen
und meine seele knospen treiben
lass jedes blatt
mich vor den mund nehmen
und etwas schmecken von dem morgen
lass meine haut
zu rinde heilen
und alte wunden sanft verharzen
lass neue äste
aus mir sprossen
und meine alten sterben
lass meinen leib
zum stamm gedeihen
und leben aus ihm sprießen
lass mich
in wildem garten wachsen
und meine krone nicht beschneiden
werner kallen
Mein
Lebensbaum
6. Tag: BEWAHRE HALTUNG
Die Einordnung in die Vertikale gehört zu den wesentlichen Voraussetzungen
für die Entwicklung der Persönlichkeit, du empfindest deine aufrechte
Haltung als Ausdruck deines Wesens. Stellst du dir vor, erdhaft zu sein,
empfindest du deinen Körper massiver, stabiler und gefestigter. Durch die
Vorstellung, du würdest himmelwärts gezogen, wird die Erdenschwere scheinbar
aufgehoben. Du gehst wie von selbst über deine leiblichen Grenzen hinaus,
und ein Gefühl von Leichtigkeit kommt in dir auf. Du bist nun in der Lage,
aus deiner Mitte heraus deiner Umwelt zu begegnen.
Aus: Dyckhoff, Peter: Entschließe dich, Don Bosco Verlag, München 2002,
23.
Bewahre
Haltung
7. Tag: RÜCKBLICK AUF DIE VERGANGENEN
TAGE
Ein Mann hatte von einem Einsiedlermönch gehört, und konnte nicht
verstehen, warum jemand so zurückgezogen und abgeschieden leben will. Er
machte sich deshalb auf den Weg, um den Mönch nach den Erfahrungen der
Einsiedelei zu fragen.
Als er zur Klause kam und sein Anliegen vorgetragen hatte, führte der Mönch
ihn zu einem Brunnen. Er nahm einen Stein, warf ihn in das Wasser und sagte
zu dem Fremden: "Schau in den Brunnen. Was siehst du?" - "Nichts",
antwortete der Fremde, "nur Wasser, das sich bewegt und leichte Wellen
schlägt."
Der Mönch wartete eine Zeit und bat dann den Fremden, nochmals in den
Brunnen zu blicken. "Was siehst du jetzt?" - "Jetzt - ich sehe mich selber.
Ich spiegele mich im ruhigen Wasser. Ganz deutlich kann ich mein Gesicht
erkennen."
"Siehst du", antwortete der Mönch, "das ist die Erfahrung der
Einsiedelei".
Rückblick
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(red)
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