Aus der „Wolke des Nichtwissens“
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Erhebe dein Herz zu Gott mit einer schlichten Regung der Liebe; ziele Gott selbst an und keine Seiner Eigenschaften. Empfinde einen Widerwillen davor, an irgend etwas außer an Ihn zu denken, auf dass nichts in deinem Verstand und Willen wirke als allein Er selbst. Bemühe dich nach Kräften, alle von Gott je erschaffenen Lebewesen mitsamt ihren Werken zu vergessen, damit dein Denken und Streben auf keines von ihnen gerichtet sei oder nach ihnen verlange, weder im Allgemeinen noch im Besonderen. Lass sie in Ruhe und beachte sie nicht! ...

Gib also nicht auf, sondern gib dir solange Mühe damit, bis du Verlangen danach empfindest. Denn zu Beginn der Übung bemerkst du nichts als eine Finsternis, sozusagen eine Wolke des Nichtwissens; genau weißt du nicht, was das ist; außer dass du in deinem Willensvermögen ein von allem entblößtes Verlangen nach Gott spürst ...

Und glaube nicht, dass ich, weil ich von einer Dunkelheit oder Wolke spreche, eine Wolke meine, die aus Dunst geballt ist, wie er in der Luft schwebt, oder eine Dunkelheit, wie sie zur Nachtzeit bei dir zu Hause herrscht, wenn deine Kerze gelöscht ist ... Solch ein Irrtum sei ferne von dir; so meine ich es nicht! Wenn ich nämlich "Dunkelheit" sage, dann meine ich eine Abwesenheit von Wissen ... Aus diesem Grund wird die Wolke nicht eine Wolke der Luft, sondern eine Wolke des Nichtwissens genannt, die sich zwischen dir und deinem Gott befindet ...

Wenn du mich fragst, mit welchen Mitteln du zu dieser Übung gelangen kannst, so bitte ich den allmächtigen Gott, dich in Seiner großen Gnade und Huld dich darin zu unterweisen. Denn ich muss dir gestehen, dass ich es dich nicht lehren kann. Und das braucht dich auch nicht zu wundern; denn es ist Gottes Werk allein, das er nach seinem freien Ermessen in jener Seele wirkt, die Er sich erwählt, ohne dass sie es verdient hätte.

Hintergrundinformationen zur „Wolke des Nichtwissens“

WORKSHOP „monastic xp-erience“



(red)


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