Beten

niemand besitzt gott so
dass er nicht mehr auf ihn warten müsste
und doch kann niemand
auf gott warten,
der nicht wüsste,
dass gott schon längst
auf ihn gewartet hat
(Dietrich Bonhoeffer, 1906 – 1945, Widerstandskämpfer und Theologe)

Ein Mensch betete, und zuerst meinte er, Beten heißt Reden. Aber er wurde immer stiller, bis ihm schließlich aufging, dass Beten Hören heißt.
(Søren Kierkegaard, 1813-1855, dänischer Philosoph, Theologe und Schriftsteller)

Die Sprache der Gebete ist ja nicht nur universeller, sondern auch spannender und dramatischer, viel rebellischer und radikaler als die Sprache der Kirche und zünftigen Theologie. Sie ist viel beunruhigter, viel ungetrösteter, viel weniger harmonisch als diese. Diese Sprache ist ohne Sprachverbote; sie ist umfassender als die Sprache des Glaubens. In ihr kann man auch sagen, dass man nicht glaubt.
(Johann Baptist Metz, * 1928, Begründer der „Neuen Politischen Theologie“)

(red)


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